Freitag, 26. Juni 2015

Strategiefestlegung beider wikifolios + „katjuscha-research Hauptversammlung“



Hallo liebe Investoren!

Nach meinen Erfahrungen der letzten 12-15 Monate in beiden investierbaren wikifolios habe ich mich nun aufgrund verschiedener Umstände, die mit den Finanzmärkten im allgemeinen und den Tradingvoraussetzungen bei wikifolio.com im Besonderen zu tun haben, entschlossen meine überarbeitete Strategie vorstellen.

Im wikifolio „spekulativ“ werde ich zukünftig 50% des Depotvolumens in viele kleine Nebenwerte investieren, die im großen wikifolio so nicht sinnvoll handelbar wären. Diese Nebenwerte (vielleicht 11-13 an der Zahl) werden jeweils zwischen 3 und 6 Prozent gewichtet und als echte Investition mit längerem Investmentzeitraum gekauft. Dabei sollen sich die Werte möglichst sehr gering mit denen im großen „Aktientrading“-wikifolio überschneiden. Der Aufbau dieses „Grundstocks“ wird in den nächsten 2-3 Sommermonaten erfolgen. Mit 20-30% des Depotvolumens werde ich ausgewählte Aktien mit reinem Trading-Hintergrund handeln. Das kann auch sehr kurze Intraday-Zeiträume beinhalten. Und die restlichen 20-30% halte ich entweder Cash oder trade auf Indizes, Währungen etc. aus rein charttechnischen Gesichtspunkten heraus. Bisher habe ich dieses Trading nur ansatzweise und mit Derivaten eher aus Depotabsicherungsgründen vollzogen, was zu entsprechenden Tradingverlusten führte, weil man dabei die üblichen Trading-Regeln nicht so konsequent beachtet wie man es müsste. In Zukunft werde ich konsequent Trades vollziehen und dabei Verluste eng durch StopLoss begrenzen und die Tradingidee als solche (also die Gewinne) laufen lassen. Durch den stärkeren Tradingaspekt wird es natürlich ab sofort größere Schwankungen des spekulativen wikifolios geben, aber durch die strikte Befolgung der Börsenweisheit „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“ soll über die Monate hinweg ein stetig steigender wikifolio-Kurs erreicht werden. Vereinfacht gesagt, es können auch 65% der Trades mit 5-10% ins Minus laufen, wenn 35% der Trades einen Gewinn von 25-30% machen. Die Trading-Ideen werden zwar fundamental unterfüttert sein, sich aber letztlich ausschließlich an klassischen Trading-Regeln ausrichten. 

Im wikifolio „Aktientrading“ werde ich mich zukünftig auf 6-8 größere Positionen konzentrieren, die sich im aktuellen wikifolio ja bereits abzeichnen. Gewichtung jeweils um die 10%, wobei ich innerhalb der einzelnen Positionen auch kleinere Trades vornehmen werde, um Schwankungen im Chartverlauf optimiert auszunutzen, so dass eine einzelne Position auch mal auf 6-7% fallen und danach wieder auf 11-12% ansteigen kann. Dazu kommen vielleicht 1-2 Positionen, die ich aufgrund der geringen Handelbarkeit der Aktie aber meiner eigentlich bullishen, fundamentalen Einschätzung nur mit 4-5% gewichte. Dazu gehört beispielsweise eine Ecotel, die sich ja schon länger in meinem Depot befindet, aber bei der ich es nicht verantworten kann, sie zu hoch zu gewichten, auch wenn ich es gern würde. Auch in diesem wikifolio werden die restlichen 20% für Cash oder Trades genutzt, wobei der sehr kurzfristige Tradingaspekt nicht so im Vordergrund stehen wird wie im spekulativen wikifolio.

Eine allzu große Veränderung wird also im wikifolio „Aktientrading“ nicht geschehen, wobei dort eine stärkere Konzentration auf weniger aber höher gewichtete Aktien vorgenommen wird, die aus meiner Sicht auch gegen einen sinkenden Gesamtmarkt bestehen können. Kleinere Absicherungsmaßnahmen wird es hierbei aber immer wieder geben, zudem natürlich der Blick auf größere Veränderungen im Gesamtmarkt, die ein schnelles Eingreifen erfordern könnten. Aktuell sehe ich die Märkte aber noch in guter Verfassung. Der Dax hat seinen Anstieg, der zu Jahresbeginn vor allem währungsgetrieben war, ganz gut auskonsolidiert, und die US Börsen konsolidieren seit Monaten seitwärts nahe ihrer Mehrjahreshochs. Gerade in den USA muss man aber wohl die technische Verfassung der Märkte stark im Blick haben, zumal die USA rein regeltechnisch aktuell bereits in einer Rezession stecken könnte, wenn man zwei Quartale in Folge mit 0,2% BIP-Rückgang schon als solche definieren möchte, was ich als Kritiker des reinen Wachstumsdogmas nicht ganz so kritisch sehe. Dennoch geht es ja an der Börse nicht darum, seine Meinung als maßgeblich zu betrachten, sondern zu erkennen wie der Markt zukünftig denken und agieren wird.
Die größere strategische Veränderung findet also vor allem im wikifolio „spekulativ“ statt, um dort vor allem unter dem Tradingaspekt schnellere Fortschritte nach klaren Trading-Regeln zu machen, und gleichzeitig möglichst viele interessante SmallCaps als Grundinvestition mittel- langfristig laufen zu lassen, ohne stark auf Chartschwankungen achten zu müssen. Die hohe Anzahl der fundamental günstig bewerteten SmallCaps soll dafür sorgen, dass einzelne Fehlschläge dabei nicht so ins Gewicht fallen. In der aktuellen Phase der Konjunktur und der Finanzmärkte erscheint mir zudem die Wahrscheinlichkeit einer Übernahmewelle höher, wie wir es bei ehemaligen Depotwerten wie Orad HiTech oder Data Modul bereits am Jahresanfang gesehen haben. Ich werde daher bei der Auswahl der SmallCaps auch diese Übernahmefantasie berücksichtigen. Ist aber natürlich nur ein kleiner Aspekt meiner Auswahl. Der Schwerpunkt wird bei mir wie immer darauf liegen, günstig bewertete Aktien von Unternehmen mit operativer Perspektive und möglichst geringen Bilanzrisiken zu finden und mit sinnvollem Timing ins Depot zu nehmen. Das trifft auf beide wikifolios zu.

Eine vielleicht interessante Idee im Frühstadium wurde kürzlich an mich herangetragen. Ab dem Jahr 2016 halte ich es für denkbar, ein Treffen in Berlin oder Potsdam für Investoren meiner wikifolios mit mir als Gastgeber abzuhalten, wo wir vielleicht in kleinerem, angenehmen Rahmen über meine Strategie und andere Themen reden und diskutieren können. Aber wie gesagt, bisher ist es nur eine Idee, die ich allerdings ganz sympathisch finden würde. Vermutlich würde ich die Teilnehmerzahl aber auf 15-20 begrenzen, und zudem werde ich Details dazu wohl eher nicht öffentlich preisgeben, so dass die engere Vorbereitung dann über E-Mail-Kontakte stattfinden dürfte. Aber das ist Zukunftsmusik. Wenn euch die Idee gefällt, könnt ihr euch ja vielleicht in den nächsten Monaten schon dazu äußern.

Grüße

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