Sonntag, 14. September 2014

Wochenend-Update KW37



Wikifolio „katjuscha research Aktientrading“ nur noch 2% vom high watermark entfernt

Die letzten zwei Wochen liefen für das wikifolio unterschiedlich. Während man in KW36 noch leicht den vorherigen Anstieg auskonsolidierte, ergab sich dann in KW37 endlich wieder eine deutliche Outperformence gegenüber dem Gesamtmarkt. Dabei wurde der Kursanstieg vor allem von den Schwergewichten IVU und GFT getragen. Bei GFT gibt es Gerüchte zu einem Verkauf des Unternehmensbereiches „emagine“, der im Jahr 2013 zwar für fast 35% des Konzernumsatzes aber nur für 6-7% des Vorsteuergewinns verantwortlich war. Möglicherweise würde ein Verkauf nicht nur die Nettoverschuldung wieder mehr als halbieren, sondern auch Kapazitäten für das Kerngeschäft freisetzen, in dem sich immer stärker abzeichnet, welch hervorragenden Perspektiven sich in den kommenden Jahren ergeben. Themenbereiche wie big data oder Mobile Banking werden im Bankensektor ein jahrelanger Wachstumsmarkt bleiben, in dem GFT auch durch die Übernahmen der italienischen Sempla und nun vor allem der britischen Rule immer konsequenter und breiter aufgestellt ist. Auch charttechnisch könnte die Aktie mit dem Überwinden des Bereichs 10,7-10,8 € kurz vor starken Kaufsignalen stehen. Am Freitag gab es mit 10,78 € bereits ein neues 13 Jahres-Hoch.



Zum BVB hab ich beim letzten Update schon einige Worte zur Kapitalerhöhung verloren. Diese ist nun endgültig umgesetzt. Evonik ist nun mit fast 15% am BVB beteiligt, Signal Iduna und Puma mit jeweils 5,0-5,5%. Insgesamt hat man nun durch die beiden Kapitalerhöhungen rund 140 Mio € eingenommen. Ich nehme an, dass bis zu einem Drittel davon für die Schuldentilgung eingesetzt wird, ein Teil sich auf die Transferausgaben für Immobile, Kagawa und Investitionen in die Fanwelt in Dortmund verteilt, aber der Großteil aufs Festgeldkonto wandert. Hauck&Aufhäuser brachte eine Kaufstudie heraus, die zu einem Kursziel von 7,0 € kommt, was für mich nachvollziehbar ist. Allein der Substanzwert aus Kaderwert, Stadionwert und Liquidität dürfte sich am Geschäftsjahresende auf 6,7 € pro Aktie belaufen. Dazu kommen die zukünftigen Erträge, die für einen Fussballverein immer besser absehbar sind, da Umsätze aus Sponsorengeldern, aus Marketpools der nationalen und internationalen Verbände und auch aus den Merchandisingeinnahmen einen sicheren Umsatzanstieg bringen werden. Selbst wenn die Personalkosten um 10% steigen würden, würde die Personalkostenquote von knapp 42% noch konstant bleiben und das Ebitda leicht steigen. Dabei muss man wissen, wie stark erfolgsbasiert die Kaderkosten beim BVB vertraglich gestaltet wurden. Egal was der BVB also kurz- bis mittelfristig sportlich macht, der Gewinn wird stabil bleiben oder steigen. Der Finanzmarkt ist merkwürdigerweise genau in diesem Punkt immer noch skeptisch. Man hört weiterhin in manchen Analystenkommentaren oder sonstigen Medien, es wäre ein Fanaktie und stark vom sportlichen Erfolg abhängig. Diese Meinungen dürften von starker Unkenntnis der Kostenstruktur und der Umsatzperspektiven gekennzeichnet sein. Ich bleibe jedenfalls weiter sehr optimistisch zur BVB Aktie, auch wenn natürlich einzelne sportliche Ergebnisse (vor allem Niederlagen in der ChampionsLeague) kurzfristige Kursverluste bringen können. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass diese kurzfristige Reaktion meist nur 1-2 Tage oder sogar nur wenige Stunden anhält. Der Finanzmarkt scheint doch langsam zu begreifen, welch interessante Story wir beim BVB vorfinden, die vor allem auf der konservativen Vereinsphilosophie von Herrn Watzke fußt, nicht mehr auszugeben als man einnimmt. Die Personalkostenquote von 42% ist (und bleibt!!!) einzigartig gering für europäische Spitzenvereine. Über die sportliche Kompetenz in der Vereinsführung in Person von Klopp und Zorc gibt es vermutlich ohnehin wenig Diskussionsbedarf. Selbst den erneuten Verletzungsschock bei Marco Reus hat der BVB weggesteckt und auch durch die Verpflichtung von Shinji Kagawa ein ganz neues Selbstbewusstsein zur Schau gestellt. Ich möchte gar nicht dran denken, welch tolles Team wir noch irgendwann bewundern dürfen, wenn dann Hummels, Gündogan, Reus, Bender und Co wieder dabei sind.

Unter den kleineren Depotwerten haben vor allem Adler Modemärkte und Paragon eine gute Performence in den letzten zwei Wochen hingelegt. Paragon profitierte dabei mal wieder von Vorstandsaussagen und Analystenkommentaren zu den mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Unternehmens, die im kommenden Jahr zu einem starken Umsatz- und überdimensionalen Gewinnanstieg führen sollen. Bei Adler Modemärkte gab es keine News, es scheint sich aber die Ansicht durchzusetzen, dass die neue Positionierung und der Wachstumskurs des Vorstands der richtige Weg ist.

In den kommenden zwei Wochen steht der Vollzug der TecDax-Aufnahme von RIB Software auf der Agenda. Das Unternehmen hat kürzlich zudem gemeldet, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Großauftrag der Deutschen Bahn zu erhalten. Auch hier könnte in den nächsten Tagen endgültiger Vollzug gemeldet werden. Daher erhoffe ich mir nach der Konsolidierung der letzten Wochen auch bei RIB neue Kaufsignale. Ist jedoch charttechnisch noch nicht absehbar, wo die Reise hingehen wird.

Der Gesamtmarkt hat sich relativ schnell durch den Widerstandsbereich bei 9400-9600 bewegt, vor allem nach den ersten Entspannungstendenzen in der Ukrainekrise, obwohl gleichzeitig die Europäische Union weitere Sanktionsmaßnahmen gegen Russland auf den Weg brachte. Zusätzlich hat die EZB die Zinsen auf Rekordtief gesenkt, da die Inflationsraten auf nach wie vor sehr niedrigem Niveau verbleiben. Gleichzeitig haben wir fallende Ölpreise und einen fallenden Euro/Dollar. Eine Gemengelage, die für deutsche Unternehmen und deutsche Aktien eigentlich weiter positiv wirken müsste, auch wenn es Stimmen gibt, die den fallenden Euro insofern kritisch sehen, als das us-amerikanische Anleger eher Kapital aus Europa abziehen. Ich bin jedoch der Meinung, dieser Kapitalfluss raus aus Europa macht nur Sinn, wenn man mit weiter fallendem Euro rechnet, was deutschen, exportorientierten Unternehmen entgegen kommen würde. Mittelfristig wird dieser positive Effekt stärker wirken, da die Bewertungen der Unternehmen eh schon günstiger deutscher Aktien noch günstiger werden und sich der Kapitalabfluss aus Übersee mit der Zeit abschwächen dürfte. Zudem sehe ich nach wie vor auf dem Zinsniveau keine echte Alternative zu Aktieninvestments.
Ich bleibe daher bullish für die Märkte, vor allem Nebenwerte im 4.Quartal. Für die nächsten 3-4 Wochen werde ich in Kürze noch ein wenig stärker das Depot absichern, aber die Shortposition dann auch selbst eng absichern, um nicht zu sehr denkbare Aktiengewinne zu verwässern.

Am Ende möchte ich noch darauf hinweisen, dass mein zweites wikifolio „katjuscha research spekulativ“ nun auch in den Status „investierbar“ übergegangen ist. Dort werde ich mich nun zukünftig verstärkt engagieren. Beim nächsten Update in zwei Wochen dann mehr zu Strategie und Positionierung in diesem neuen wikifolio.

Kommentare:

  1. Super. Vielen Dank. Bin mit ruhigem Gewissen dabei.
    Viele Grüße, Oliver

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  2. Hallo Kat,

    auch von mir vielen Dank für das update. Bin ebenfalls zuversichtlich bei dir investiert, auch wenn es mir gelungen ist zum absoluten ATH ins wiki einzusteigen ;)

    Grüße
    Mark Euro

    PS: Schreibst du noch was zu Softing?

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